Bilder, die Geschichten erzählen

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Karl Witti
Bilder, die Geschichten erzählen
Ausstellung Studio Rose, Schondorf am Ammersee

28.-29. April, 1., 5.-7. Mai 2017

 

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Gras im Asphalt

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Gras im Asphalt
Künstlerische Reflexionen über die sanften Potentiale der Natur
Doris Trummer (Installation)
Karl Witti (Zeichnung & Malerei)
Tom Schmid (Fotografie)
Olafur Eliasson (Objekt)
Fotowettbewerb für Jugendliche
Christian Burchard (Kurator)

Kulturwerkstatt Haus 10, Fürstenfeldbruck, 23. September – 8. Oktober 2017

Als 1962 die amerikanische Biologin Rachel Carson Ihr Buch „Silent Spring“ veröffentlichte, markierte es eine Revolution im Umgang mit der Natur. Zunächst betraf es den Einsatz von Pestiziden in der Agrarindustrie, aber ihre Botschaft diffundierte in alle Bereiche der Gesellschaft. Nicht romantische Naturfotografie, Lyrik oder Literatur schufen ein neues Verhältnis zur Natur, sondern ein wissenschaftliches Sachbuch. Auch die an dieser Ausstellung teilnehmenden Künstler rekurrieren mehr unbewusst als bewusst diesen historischen Bewusstseinsumschwung. Im gewissen Sinne ist Rachel Carson der Spiritus Rex dieser Ausstellung. Zitate aus Ihrem programmatischen Buch gliedern den Ausstellungsparcour.

Wer im Wald spazieren geht, trifft mitunter Bäume eingewickelt in ein fragile Gespinst, das die Baumkrone einhüllt. Das Gespinst dient nicht dazu, Insekten zu fangen, sondern schützt die Larven im Inneren von Vögeln gefressen zu werden. Die Bäume sterben nicht nach dem Befall, denn Sie haben über Jahrtausende der Evolution Schutzstrategien gegen die Massenvermehrungen von Schädigern entwickelt. Die aus Nördlingen stammende Künstlerin Doris Trummer sammelte diese schützenden Naturschleier und verarbeitete Sie zu gebrechlichen Kleidungsfragmenten. Auf ähnliche Weise ersinnt Trummer aus Wespennestern, Blütenblättern, Samen ephemere Installationen und Objekte, die einem luziden ästhetischen Konzept folgen und zugleich mit Erfahrungen in ihrer eigenen Biografie verwoben sind. Es ist ein besonderes Anliegen der Ausstellung, diese heiter-ernsten Objekte, die mit der Fragilität der Natur an der Grenze zur Immaterialität jonglieren, für eine Ausstellung zusammenzuführen.

In seinen zeichnerischen Werkreihen thematisiert der Karl Witti die utopische Einheit von Mensch und Natur, ein postindustrielles Arkadien mit einer politischen Dimension, in dem Kulturdenkmäler und Technik der Gegenwart nur noch erstarrte Zeugen einer vergangenen Kulturepoche sind. Das Hintergrundmotiv ist die sanfte, lautlose Rückeroberung bewohnter Stätten durch die Kräfte der Vegetation. Der Welt der Urbanität und ihrem Hunger nach immer neuen und größeren Schnellstraßen zur Steigerung der Mobilität setzt Witti das „Gesamtkunstwerk Natur“ gegenüber, ebenfalls eine technisch-funktionale Welt aber von einer vollkommen ästhetischen Ordnung, wo im Zusammenklang von Pflanzen, Tieren, Landschaft und Sternenhimmel getrennte Welten sich transzendieren und ergänzen. Diese arkadische Gegenwelt zur Gegenwart wird ergänzt durch Protagonisten eines nomadischen Lebensstils, eine Lebensform, die mit der Natur lebt, ohne von ihr Besitz ergreifen zu wollen.

Seit Beginn der Moderne im 20. Jahrhundert gab es die Tendenz in der Kunst, sich an archaischen Kulturen und elementaren Naturerfahrungen zu orientieren. Der Fotograf Tom Schmid begibt sich mit Fotoausrüstung in die mythische Landschaft der  Äußeren Hebriden, in der die Elemente das Sagen haben und jeder Schutz dagegen müßig ist. In dieser baumlosen Ödnis, dem Überleben des Menschen feindlich eingestellten Welt, sammelt Tom Schmid Sequenzen fragiler Schönheit, die in den Momenten entsteht, wenn die Drohgebärden der Natur einen Moment innehalten.

In der Ausstellung wird auch eines der Green Light Objekte von Olafur Eliasson zu sehen sein, die 2016 in Zusammenarbeit mit der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (Wien) von Flüchtlingen gemeinsam mit BesucherInnen des artistic workshops produziert wurden. Olafur Eliasson sagte zu seinem Projekt: „Working together in a playful creative process, participants build a modular light and construct a communal environment in which difference is not only accepted but embraced.” “Verschiedenheit nicht nur zu tolerieren, sondern zu umarmen“ ist das übergeordnete Motto der Ausstellung und definiert das soziale Postulat aller Kreativität – und sie wird nirgends so sichtbar, wie auf dem Gebiet der Kunst.

Wettbewerb für Jugendliche mit Preisen. Aufgabenstellung: Fotomotive von Pflanzen, die sich das urbane Umfeld als Lebensraum zurückerobern. Nähere Angaben werden im Frühjahr 2017 veröffentlicht.

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